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Schulausfälle in Nds.

HAZ vom 17.02.2018

SPD wirft CDU Wendemanöver vor

Turnhallenbau: Kontroverse im Rat / CDU will auf Veranstaltungshalle und Kletterwand verzichten

An der Chausseestraße sollen die Turnhallen entstehen. Foto: Archiv

An der Chausseestraße sollen die Turnhallen entstehen. Foto: Archiv

 

Sehnde.  Der geplante Bau von zwei neuen Turnhallen an der Chausseestraße für fast 15 Millionen Euro ist für die Stadt eine der größten Investitionen der letzten 20 Jahre. Doch schon bei der Diskussion über den Raumbedarf haben sich die beiden großen Parteien SPD und CDU in der Ratssitzung am Donnerstagabend ordentlich beharkt. Die Christdemokraten wollen es abspecken, was die Sozialdemokraten für verfrüht halten und erst bei einer Wirtschaftlichkeitsprüfung entscheiden wollen. Eines ist aber nach einer Kampfabstimmung über den Änderungsantrag der CDU jetzt schon klar: Die Vierfeldhalle soll keine Veranstaltungshalle werden. Ein dafür extra nötiger Boden sowie ein Lagerraum für Stühle sind ebenso gestrichen worden wie eine von der KGS gewünschte Kletterwand.

Die CDU hatte ihren Änderungsantrag erst in der Sitzung eingebracht – der erheblich von den Entscheidungen im Schul- und Sportausschuss abweicht. Dieser hatte sich für den Boden und den Lagerraum ausgesprochen und auch die Kletterwand befürwortet. Ein neuer Veranstaltungsraum sei aber nicht nötig, sagte CDU-Fraktionschef Klaus Hoffmann. Das KGS-Forum werde demnächst saniert und reiche aus, zudem wäre in einer Halle bei Veranstaltungen sehr viel Räumerei nötig.

„Bei nur ein bis zwei Veranstaltungen im Jahr ist das zu aufwendig.“ Und eine Kletterwand sei schließlich „kein dringendes Erfordernis für Schulen und Vereine“, meinte Hoffmann. Die Folgekosten für Sicherheit und Ausstattung seien zudem sehr hoch. Für die CDU stehe die Wirtschaftlichkeit ganz oben auf der Agenda. Für den Verzicht auf Lagerraum, Extraboden und Kletterwand könne man rund 200 000 Euro sparen. In der Abstimmung darüber konnte sich die CDU dann mit knapper Mehrheit durchsetzen. 

SPD-Fraktionschef Olaf Kruse warf den Christdemokraten darauf ein „Wendemanöver“ und ein Unterlaufen der Entscheidung aus dem Sportausschuss vor: „Die genannten Folgekosten sind der Versuch, ein Drohszenario aufzubauen und die Bevölkerung zu verunsichern“, sagte Kruse. Viele jungen Leute führen zum Klettern extra nach Hannover. Der Rat einigte sich dann immerhin darauf, dass der nachträgliche Einbau einer Kletterwand im Raumprogramm statistisch berücksichtigt wird. Darüber hinaus brauche Sehnde sehr wohl einen größeren Veranstaltungsraum als das Forum, das oft an seine Kapazitätsgrenze stoße. Er rechne mit bis zu acht Großveranstaltungen im Jahr.

Fraktionsmitglied Edgar Bäkermann kritisierte, dass die CDU zu viele Ausstattungsmerkmale diskutieren wolle, bevor die Raumplanung abgeschlossen sei. Erst dann könne man sehen, was man sich leisten kann. Christdemokrat Bernd Ostermeyer gab dagegen zu bedenken, ob man denn „gleich alles machen muss“. Wenn man Schule und Vereine befrage, wüchsen oft auch Begehrlichkeiten. In die gleiche Richtung argumentierte auch Jonas Renz (FDP). Er appellierte an seine Ratskollegen, sich zu bescheiden, denn die beiden Sporthallen würden schließlich mit Geld bezahlt, „das die Stadt nicht hat“.

Geeinigt haben sich die Parteien dagegen bei der Entscheidung über einen Gymnastik- und Sporttheorieraum. Ursprünglich sollte dieser in einem separaten Anbau entstehen, doch der ist der CDU mit mindestens 600 000 Euro zu teuer. Jetzt soll das Angebot in der Sporthalle selbst untergebracht werden, doch statt in einem gemeinsamem nun in zwei getrennten Räumen. Die Kosten seien mit rund 350 000 dennoch deutlich günstiger, meint Ralf Marotzke, CDU-Ratsherr und Vorsitzender des Sportrings Sehnde.

 


 

 

 




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