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Presseberichte über die KGS Sehnde

Auch Lehrerschaft und Elternrat sind glücklich, dass jetzt wieder so gut wie alle AGs angeboten werden können.
Auch Lehrerschaft und Elternrat sind glücklich, dass jetzt wieder so gut wie alle AGs angeboten werden können. Quelle: Oliver Kühn (Archiv)

Unverständnis und Enttäuschung bei Eltern, ein Aufruf zum Protest in sozialen Medien, eine Anfrage der örtlichen Landtagsabgeordneten an das Kultusministerium, eine Petition unter Schülern: Die Ankündigung der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Sehnde kurz vor den Sommerferien, im neuen Schuljahr aus Lehrermangel alle 19 Arbeitsgemeinschaften einzustellen, hatte Anfang Juli für großen Ärger in der Stadt gesorgt. Doch nun hat sich der Wirbel gelegt: Bis auf wenige Ausnahmen finden alle AGs wieder statt, weil weniger Lehrer an Grundschulen abgeordnet werden müssen. Sowohl die Schule als auch der Elternrat zeigen sich darüber erleichtert und zufrieden.

KGS muss nur noch 76 statt 106 Stunden abgeben

Nach Angaben der niedersächsischen Landesschulbehörde werden nun statt der vorher kalkulierten 106 Stunden nur noch 13 Lehrer mit 76 Unterrichtsstunden an Grundschulen abgeordnet. So ist etwa eine Abordnung an die Oberschule Lehrte-Hämelerwald mit allein 18 Stunden vollständig zurückgenommen worden. Ein Lehrer außerhalb der Region Hannover habe sich auf eigenen Wunsch dorthin versetzen lassen. Zudem sei eine weitere Lehrkraft neu eingestellt worden, teilt Pressesprecherin Bianca Schöneich mit. Weitere Einstellungen seien nicht vorgesehen.

Außerdem erhält die KGS nun 96 Stunden von Sonderpädagogen, die Schüler mit Behinderung betreuen. Diese kommen teils von der Förderschule Ilten, zudem sei eine Förderschullehrkraft mit voller Stelle direkt eingestellt worden, so Schöneich. „Wir sind darüber wahnsinnig glücklich“, sagt denn auch die stellvertretende KGS-Direktorin Christina Petersen. Für die Schüler sei dies von großer Bedeutung, da die AGs nicht nur das Schulleben bereicherten, sondern die Schüler auch in Bereichen außerhalb des Unterrichts ihre Stärken zeigen könnten. Dies sei vor allem im musikalisch-kulturellen Bereich wie den Chören, der Schülerband und der Bühnentechnik der Fall.

Auch Elternrat ist zufrieden

Ebenfalls erleichtert zeigt sich Andreas Schriegel, Vorsitzender des Stadtelternrats Sehnde. „Wir hätten zwar gerne noch weniger Abordnungen gehabt, sind aber soweit zufrieden.“ Jetzt sei wieder Ruhe eingekehrt und ein besserer Schulbetrieb möglich. Die Landesschulbehörde habe nach den Protesten wohl noch einmal alle Zahlen überprüft. Sogar Ministerpräsident Stephan Weil hatte, als er von einem Schüler bei einem Besuch Sehndes im Rahmen seiner Sommertour darauf angesprochen worden war, versprochen, sich um die Situation zu kümmern.

 

Kurz vor den Sommerferien waren am Haupteingang noch diese Proteste zu lesen.
Kurz vor den Sommerferien waren am Haupteingang noch diese Proteste zu lesen. Quelle: Oliver Kühn (Archiv)

 

Laut Schulbehörde sei die Situation an der KGS damit wieder im Lot. Die Schule habe ihr mitgeteilt, dass der AG-Betrieb „vollständig angelaufen“ und auch der soziale Trainingsraum wieder besetzt worden sei. „Das heißt, die KGS Sehnde kann ihr vollständiges Angebot darstellen“, so Schöneich. Lediglich einzelne Arbeitsgemeinschaften, die aber nicht mit den Abordnungen in Verbindung stünden, würden etwa aus mangelndem Schülerinteresse oder wegen gesundheitlicher Einschränkungen von Lehrern nicht angeboten. Die KGS sei insgesamt aber auch schon vor der Rücknahme der Abordnungen an die Oberschule Hämelerwald sehr gut versorgt gewesen.

Dies sei auch das Ziel in Zukunft – trotz des teilweise offenkundigen Lehrermangels, den der Elternrat der Schule immer wieder beklagt. „Auch in den kommenden Jahren werden bedarfsgerecht Stellen an Schulen ausgeschrieben, dieses gilt selbstverständlich auch für die KGS Sehnde“, teilte Schöneich mit. Zumindest werde angestrebt, dass Schulen den Pflichtunterricht sowie das notwendige Ganztagsangebot bereitstellen, um niedersächsischen Schülern gute Bildungsangebote zu unterbreiten. Das will auch der Elternrat. „Was im zweiten Halbjahr kommt, werden wir sehen und im Auge behalten“, kündigt Schriegel an. Theoretisch seien neue Abordnungen an Grundschulen möglich, meint auch Petersen. „Wir hoffen aber nicht.“

 


 

 

Sehnde News vom 20.08.2019

Feuerwehreinsatz an der KGS Sehnde

Großen Schreck gab es wohl am Montag, 19.08.2019, gegen 13.50 Uhr bei der Spitze der Stadtverwaltung Sehndes, als plötzlich für die Ortsfeuerwehr Vollalarm ausgelöst wurde. Die Brandstelle, so die Meldung, ist in der KGS. Daraufhin wurden schnell alte Erinnerungen wach, die nun zum Neubau beispielweise der Sporthallen an der Chausseestraße führten.

Schnell war die Sehnder Feuerwehr an der KGS: Fehlalarm – Foto: JPHSchnell war die Sehnder Feuerwehr an der KGS: Fehlalarm – Foto: JPH

 

Sofort rückte die Sehnder Feuerwehr mit dem Löschgruppenfahrzeug und der Drehleiter an, während die Schule geräumt wurde. Doch kurz nach dem Eintreffen der Brandbekämpfer gab es Entwarnung: Lediglich die Brandmeldeanlage der Schule hatte ausgelöst und damit eine Fehlmeldung produziert. Während die Feuerwehrkräfte wieder abrückten, kehrten auch die Schüler zurück. Die Direktorin der KGS, Sandra Heidrich, hatte die Räumung überwacht und die Einsatzkräfte vor dem Eingang der KGS empfangen. „Das hat gut geklappt und wir haben nun realistisch auch unsere Brandschutzübung fürs neue Schuljahr absolviert“, so Heidrich. „Und auch bei den neuen 5. Klassen lief alles gut. Sie wissen jetzt auch, was zu tun ist.“ Realistischer kann man ja auch nicht ausbilden.

 


 

 

 

Lernen für die Zukunft: Sehnde profitiert mit mehr als einer Million Euro aus dem Digitalpakt von Bund und Ländern.
Lernen für die Zukunft: Sehnde profitiert mit mehr als einer Million Euro aus dem Digitalpakt von Bund und Ländern. Quelle: Archiv/Friso Gentsch

Die Schulen in Deutschland sollen fit für die digitale Zukunft werden. Daher ist mit Beginn des neuen Schuljahrs das Investitionsprogramm Digitalpakt angelaufen. Davon profitieren auch die sechs Sehnder Schulen. Sie erhalten einen Gesamtbetrag von rund 1,08 Millionen Euro. Landtagsabgeordnete Silke Lesemann (SPD) ist davon begeistert. „Dies ist das bisher größte Investitionsprogramm für die digitale Bildung und damit eine riesige Chance“, sagt die Bolzumerin.

522 Millionen Euro für Digitalisierung von Niedersachsens Schulen

Insgesamt fließen mit dem Digitalpakt 522 Millionen Euro in niedersächsische Schulen. Die Verteilung des Gelds orientiert sich dabei an den Schülerzahlen. Schulen ab 60 Kindern bekommen einen Zuschuss in Höhe von je 30.000 Euro, Schulen mit weniger Schülern erhalten einen anteiligen Betrag. Außerdem wird ein Kopfbetrag pro Schüler ausgezahlt.

„Die Schulen in Sehnde erhalten insgesamt 1.083.383 Euro“, rechnet Lesemann vor. Diese Fördermittel sollen nicht nur für die Ausstattung eingesetzt werden. Dreh- und Angelpunkt seien auch die Lehrkräfte, die sich in Fortbildungen mit der Digitalisierung an Schulen auseinandersetzen sollen. Auch dafür sollen die Investitionen eingesetzt werden, um eine „flächendeckende Qualifizierung im Rahmen von Weiterbildungen“ sicherzustellen, sagt die Landtagsabgeordnete.

Fast 750.000 Euro für die Kooperative Gesamtschule

Das Geld soll nun auf die Schulen in der Gemeinde wie folgt verteilt werden: Die Astrid-Lindgren-Grundschule in der Kernstadt (175 Schüler) erhält 68.977 Euro, die Grundschule Höver (91 Schüler) 50.268 Euro, die Grundschule Breite Straße in der Kernstadt (267 Schüler) 89.468 Euro, die Grundschule Wilhelm-Raabe-Schule in Ilten (176 Schüler) 69.200 Euro, die Grundschule Rethmar (137 Schüler) 60.514 Euro und die KGS Sehnde (1.605 Schüler) 744.955 Euro.

 


 

 

Gepflastert und breit genug für Feuerwehrfahrzeuge: Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke (von links), Fachdienstleiterin Bianca Frey und Söhnke Rohrmann von der Gebäudewirtschaft der Stadt sehen sich den neu gestalteten Bereich an der KGS an.
Gepflastert und breit genug für Feuerwehrfahrzeuge: Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke (von links), Fachdienstleiterin Bianca Frey und Söhnke Rohrmann von der Gebäudewirtschaft der Stadt sehen sich den neu gestalteten Bereich an der KGS an. Quelle: Achim Gückel
 

Am 5. März 2015 haben sich an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) dramatische Szenen abgespielt. Am späten Nachmittag brannte das Obergeschoss des sogenannten O-Trakts an der Südseite des Schulkomplexes – und die Feuerwehr hatte enorme Mühe, mit ihren großen Fahrzeugen direkt an den lichterloh in Flammen stehenden Gebäudeteil vorzurücken. Es war zu eng, ein Unterstand für Fahrräder war im Weg, es gab Dellen an Fahrzeugen, und es ging unnötig Zeit verloren. Schon zu diesem Zeitpunkt stand fest, dass sich in Sachen Brandschutz an der KGS etwas tun musste. Das ist nun geschehen. Die sogenannte Umfahrung südlich und westlich des O-Trakts ist fertig.

 

Die offizielle Feuerwehrzufahrt von der Waldstraße zum Gelände der KGS.
Die offizielle Feuerwehrzufahrt von der Waldstraße zum Gelände der KGS. Quelle: Achim Gückel
 

Im Wesentlichen handelt es sich dabei um großzügig gepflasterte Bereiche, die auch modernen Feuerwehrfahrzeugen genug Raum zum Manövrieren lassen. Von der Waldstraße sowie der Bundesstraße 65 und der Straße Am Papenholz aus gibt es Zufahrten. Damit kann die Feuerwehr nun quasi ungehindert rings um den gesamten ausgedehnten Gebäudekomplex der KGS fahren. Eine derartig vertrackte Situation wie beim Feuerwehreinsatz im März 2015 dürfte es also künftig nicht mehr geben.

Lehrke: Das war absolut notwendig

Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke, Bianca Frey, zuständige Fachdienstleiterin im Rathaus, und Söhnke Rohrmann von der städtischen Gebäudewirtschaft haben das während der Sommerferien beendete Projekt jetzt offiziell präsentiert. Lehrke bezeichnete es dabei als „absolut notwendig“. Der Brand vom März 2015 habe der Stadt das deutlich vor Augen geführt – auch wenn die Situation vorher rein brandschutzrechtlich ebenfalls okay gewesen sei.

Dass es mehr als vier Jahre dauerte, die Umfahrung fertigzustellen, liegt an einer Reihe von Faktoren. „Das war eine Herkulesaufgabe für die Planer“, sagt Lehrke. Denn in das Projekt sei auch noch der Bau neuer Regenwasserleitungen und -rückhaltungen mit eingeflossen. Früher habe es stets Probleme mit Rückstaus gegeben. Wasser sei bei starkem Regen aus den Gullys hochgedrückt – und zwar wegen der bis dahin vollkommen unzureichenden Kanäle. „Die alten 150-Millimeter-Rohre seien „zu 600 Prozent überlastet“ gewesen, sagt Rohrmann.

Regenwassertank mit 71 Kubikmeter Fassungsvermögen

Jetzt liegen auf 150 Metern neue Rohre von 400 Millimeter Durchmesser an der Schule. Vor dem Eingangsbereich, dicht an der Wendeschleife am Papenholz wurde ein Rückhaltetank mit 71.000 Liter Fassungsvermögen ins Erdreich versenkt.

Für die gepflasterte Umfahrung indes war im südlichen und westlichen Bereich des KGS-Geländes eine Art Radikalkur nötig. Der Lärmschutzwall zur Bundesstraße 65 musste teilweise abgetragen oder neu gestaltet werden, der alte Unterstand für Fahrräder ist verschwunden. Es wurden Bäume gefällt, neue Zäune gezogen und Tore montiert. „Der Brandschutz ist wichtiger als ein begrünter Wall“, betont Lehrke. Er sagt aber auch, dass in den neu gestalteten Bereichen noch Grünarbeiten ausstehen.

Bauschutt im Erdreich

640.000 Euro hat das gesamte Projekt nach Angaben der Stadt gekostet. Das sei mehr als man ursprünglich kalkuliert habe. Unter anderem haben die kostspielige Entsorgung von belastetem Erdreich den Preis nach oben getrieben. Im Lärmschutzwall habe man unter anderem Bauschutt und mit Kraftstoff verunreinigtes Erdreich entdeckt.

 

Der Bereich zwischen den Gebäuden KGS und Lärmschutzwall an der B 65 ist jetzt für schwere Fahrzeuge passierbar.
Der Bereich zwischen den Gebäuden KGS und Lärmschutzwall an der B 65 ist jetzt für schwere Fahrzeuge passierbar. Quelle: Achim Gückel
 

Dass zwischen dem Brand im März 2015 und der Fertigstellung des Projekts weit mehr als vier Jahre vergingen, habe aber noch andere Gründe, betont Lehrke. Wegen des Brands der Sporthalle an der Waldstraße im Juni 2016 und der lang anhaltenden Diskussion, wie und wo die KGS erweitert werden soll, habe auch das Projekt „Umfahrung“ immer wieder neu betrachtet und geplant werden müssen. Auch die Frage nach dem richtigen Ort für den unterirdischen Regenrückhaltetank sei nicht einfach zu beantworten gewesen. „Da haben wir über viele Varianten nachgedacht“, sagt Lehrke. Unter anderem habe man zwischenzeitlich dafür sogar das Rondell in der Wendeschleife vor der KGS in Betracht gezogen.

 


 

 

Angeln ist ein Bestandteil des Projekts, um zu sehen, was sich so unter der Wasseroberfläche tummelt.
Angeln ist ein Bestandteil des Projekts, um zu sehen, was sich so unter der Wasseroberfläche tummelt.
Quelle: Oliver Kühn

Lujain Azizi guckt ziemlich angewidert. Die 15-Jährige ist gerade dabei, Würmer auf eine Angelrute zu spießen. „Das ist ekelhaft“, schaudert die Schülerin der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Sehnde. Aber was tut man nicht alles für die Wissenschaft? Mit ihren Mitschülern aus der Klasse 10Gc hat sie sich im Rahmen der Projektwoche Gewässerökologie das Baggersee-Projekt des Anglerverbandes Niedersachsen (AVN) in Lehrte-Kolshorn angesehen. Das ist Forschung zum Anfassen: Die Schüler durften nicht nur angeln, sondern auch den See per Schlauchboot befahren und bekamen Einblick in die Feldarbeit der Wissenschaftler, wie man die Artenvielfalt in Gewässern nachhaltig fördern und unter einen Hut mit der Naherholung bringen kann.

Totholz im See versenkt

Mit dem Projekt will der Anglerverband den Baggersee in Kolshorn als Lebensraum für Fische und wirbellose Tiere wie Libellenlarven und Krebse, aber auch für Vögel aufwerten. Denn die meisten der rund 30.000 Baggerseen in Niedersachsen seien künstliche Seen, die beim Abbau von Kies und Sand entstehen, erläutert der AVN-Biologe und Projektverantwortliche Thomas Klefoth: „Naturseen gibt es nur wenige.“ Dazu wurde im Januar des vergangenen Jahres viel Totholz versenkt, um Flachwasserzonen zu schaffen – insgesamt 74 Holzbündel aus Ästen in kiesgefüllten Jutesäcken mit jeweils 300 Kilogramm Gewicht.

Thomas Klefoth erklärt Joleen Gäbel, wie der Echolot zur Tiefenbestimmung des Gewässers funktioniert.
Thomas Klefoth erklärt Lucie Jäntsch, wie der Echolot zur Tiefenbestimmung des Gewässers funktioniert.
Quelle: Oliver Kühn
 

Denn nach bereits 15 Metern gehe es im Kolshorner See steil nach unten, sagt Klefoth. „Dort gibt es kein Licht, und es wachsen keine Pflanzen als Nahrungsgrundlage mehr.“ Im flachen Wasser hingegen könnten Libellen und Fliegen nun ihre Larven ablegen. Mit dem Schlauchboot konnten die Schüler dies näher untersuchen. Mit einem Echolot wurde zudem eine Tiefenkarte erstellt – der Kolshorner See ist 15 Meter tief – und mit einer Unterwasserkamera wurde das Wachstum von Schilf und Weidenerlen registriert.

„Viele Pflanzen wachsen nur im flachen Wasser“, hat sich Lucie Jänsch gemerkt. „Die Krebsschere etwa, die Libellen Lebensraum bietet, ist bedroht“, sagt die 15-Jährige. Und die aus Asien stammende Seerose, die ebenfalls in Kolshorn wachse, verdränge heimische Arten. Rotaugen und Barsche seien hier die dominanten Uferarten, ergänzt Klefoth. Doch der Barsch sei ein Brut- und Nesträuber, der kleine Fische und auch Wasserinsekten fresse, die wiederum Nahrung für andere Tiere seien. Jenny Bach, die keinen Ekel vor den Maden hatte, hat gleich beim ersten Mal sogar einen gefangen.

Jagdfieber am Uferrand

Die Idee für den Unterricht vor Ort hatte Lehrer Kolja Hoffmann. Der 30-Jährige ist passionierter Angler seit seiner Kindheit. Die Schüler seien von dem Ausflug begeistert, denn beim Angeln packe einen am Uferrand das Jagdfieber. „Da strömt Adrenalin, denn man weiß nicht, was passiert, ob der Fisch anbeißt oder man ihn wieder verliert“, sagt Hoffmann. Dem kann Robert Marcov zustimmen. „Das ist ein schönes Gefühl, wenn man etwas fängt“, sagt der 16-Jährige. Er könne sich vorstellen, dass dieses Hobby süchtig mache. Eines sieht er nüchtern: „Dass ein Lebewesen dabei stirbt, gehört dazu“, sagt er.

Die Altersbestimmung wollten die Schüler aber lieber dem Biologen Klefoth überlassen. „Er bestimmt über Leben und Tod“, sagt Lehrer Hoffmann. Denn der Barsch muss getötet und aufgeschnitten werden, um am sogenannten Kiemendeckel, einer Knochenplatte, die Jahresringe zu erkennen. Hoffmann könnte sich auch eine Angler-AG an der KGS vorstellen, doch das dürfte angesichts der Lehrer-Abordnungen an Grundschulen, den Stundenkürzungen und damit dem Wegfall vieler AGs erstmals eine Zukunftsvision bleiben. Julia Sytschew fand den Ausflug jedenfalls gut: „Ich gehe sonst nicht an einen Baggersee, aber es war schön in der Natur, und auch das Keschern hat Spaß gemacht“, sagt die 17-Jährige.

Gesammelten Müll untersucht

Mit einem Echolot auf einem Schlauchboot wurde eine Tiefenkarte erstellt.
Mit einem Echolot auf einem Schlauchboot wurde eine Tiefenkarte erstellt. Quelle: Oliver Kühn

 

Weil Baggerseen nicht nur den Anglern, sondern auch der Naherholung dienen, haben die vorübergehenden Gewässerökologen auch Müll gesammelt. „Anhand des hinterlassenen Mülls kann man das Freizeitverhalten ablesen“, erklärt Klefoth. „Und die Gäste hinterlassen viel Müll.“ Die häufigsten Funde: Zigarettenkippen, Plastik, Feuerstellen. „Aber kaum Madendosen von Anglern“, resümiert der Biologe.

Ein Spaziergang am See des Fischereivereins Hannover sei erlaubt – Baden dagegen nicht. Kein Wunder, dass der größte Konflikt der zwischen Anglern und Badegästen sei. Der Kolshorner See ist dafür offenbar sehr verführerisch. „Das Wasser ist viel klarer als im Steinhuder Meer“, sagt Joleen Gäbel.

Lebensraum verbessern statt Fische einsetzen

Das sogenannte Baggersee-Projekt erforscht seit drei Jahren nicht nur den ökologischen Wert von Baggerseen, sondern auch den sozialen Wert als Naherholungsgebiet inklusive Angeln. Beteiligt sind das Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin, die Technische Universität Berlin sowie der Anglerverband Niedersachsen (AVN) mit 20 Vereinen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz stellen dafür nach Angaben des AVN-Biologen Thomas Klefoth bis zum Jahr 2022 rund 1,9 Millionen Euro zur Verfügung.

Insgesamt werden 32 Untersuchungsgewässer verglichen, in acht Gewässern werden zudem Hegemaßnahmen umgesetzt. Dabei werden etwa Flachwasserzonen geschaffen und Totholz versenkt, um den Tieren mehr Schutz, Lebensraum und Nahrung zu bieten. In einigen Gewässern seien Fische wie Hechte, Zander, Rotaugen, Brasse und Schleie eingesetzt worden – 26.000 Tiere allein in Niedersachsen. Kostenpunkt: 15.000 Euro. Besser sei es aber, den Lebensraum zu verbessern, sagt Klefoth, auch wenn es teurer sei. Denn aus zu viel Konkurrenz unter Fischen entstehe Kannibalismus. In Kolshorn haben die Baggerarbeiten rund 250.000 Euro gekostet. Dort leben Hechte, Zander, Barsche, Rotaugen, Karpfen, Rotfedern und vereinzelt auch Aale.

 


 

 

 

Sepehr Sardar Amiri, CDU-Ratsherr und Vorsitzender des Schulausschusses, gibt sich kämpferisch: „Wir wollen uns jetzt noch weitere Stunden zurückholen.“
Sepehr Sardar Amiri, CDU-Ratsherr und Vorsitzender des Schulausschusses, gibt sich kämpferisch: „Wir wollen uns jetzt noch weitere Stunden zurückholen.“ Quelle: Oliver Kühn

Das ist ein Paukenschlag mitten in den Sommerferien: Die Landesschulbehörde hat drei Abordnungen von Lehrern der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Sehnde mit insgesamt 18 Wochenstunden zurückgenommen. Dadurch können nun wieder neun von 17 Lehrer-AGs stattfinden. Noch in der vergangenen Woche waren alle von der Schulleitung gestrichen worden.

Die CDU-Ratsfraktion spricht dennoch nur von einem „Tropfen auf den heißen Stein“: „Das sind 18 von 56 abgeordneten Stunden, das ist nur ein wenig Entspannung, aber die Flickschusterei beim Bildungssystem bleibt“, sagt Sepehr Sardar Amiri, Ratsherr und Vorsitzender des Schulausschusses.

Nach Informationen dieser Zeitung hat die Schulleitung am Mittwoch mit einer E-Mail die Stadt, den Elternrat, die Schülervertretung, den Schulvorstand, den Personalrat, den Schulausschussvorsitzenden und die SPD-Landtagsabgeordnete Silke Lesemann über die neue Entwicklung informiert. Deshalb könnten im nächsten Schuljahr wieder die Arbeitsgemeinschaften Chor, Schülerband, Tonstudio, Jahrbuch, Zweigwechselcoaching, Theater, Zirkus, Solarmobil und Auschwitz angeboten werden.

 

Steht weiter auf der Streichliste
Steht weiter auf der Streichliste: Die Faustball-AG gibt es im nächsten Schuljahr nicht mehr. Quelle: Privat

Stunden kommen von Oberschule Hämelerwald zurück

Dass der öffentliche Druck von Eltern, Schülervertretung und Politik dazu geführt hat, verneint Bianca Schöneich, Pressesprecherin der Landesschulbehörde. „Es ist jetzt ein Lehrer außerhalb der Region Hannover auf eigenen Wunsch an die Oberschule Hämelerwald in Lehrte versetzt worden“, erläutert sie. Es handele sich um keine Neueinstellung. So könne die KGS 18 Stunden zurückerhalten. Eine so kurzfristige Entwicklung sei jedoch nicht ungewöhnlich, da man sich derzeit mitten im Einstellungsverfahren für Lehrer befinde. „Da ändert sich täglich etwas“, meint Schöneich. Die KGS Sehnde ist mit rund 1800 Schülern eine der größten weiterführenden Schulen Niedersachsens.

Die Ereignisse haben sich am Mittwoch gleichsam überstürzt. Der Schulausschussvorsitzende Amiri hatte einen Brief an Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) aufgesetzt, in dem er die ursprüngliche Situation mit 106 abgeordneten Stunden als „Katastrophe“ bezeichnet. Das sei für die Schule, den Fachausschuss und die Stadt nicht hinnehmbar. Für die Stadt als Schulträger wäre dies ein Gesichtsverlust gewesen, der womöglich viele Eltern veranlasst hätte, ihre Kinder auf Schulen in Lehrte, Hannover oder Hildesheim zu schicken.

 

Mit diesem Flyer hatten Elternrat und Schülervertretung gegen die ihrer Meinung nach „katastrophale Entwicklung“ protestiert
Mit diesem Flyer hatten Elternrat und Schülervertretung gegen die ihrer Meinung nach „katastrophale Entwicklung“ protestiert. Quelle: Privat

 

Zudem würden acht der ursprünglich 17 gestrichenen Arbeitsgemeinschaften dennoch nicht stattfinden. Diese Schüler würden zu Schlüsselkindern, zudem falle für deren Eltern die Betreuung ihrer Kinder am Nachmittag weg – was gegen das Versprechen von Vereinbarkeit von Familie und Beruf verstoße. „Das betrifft ganz besonders schwache Familien, die sich keine Vereinsmitgliedschaft oder eine Musikschule leisten können.“ Er habe viele E-Mails von bestürzten Eltern erhalten. „Damit stirbt alles, was die KGS besonders gemacht hat“, schrieb etwa eine empörte Mutter.

Schüler sammeln 500 Unterschriften

Unter den Sehnder Schülern war die Ankündigung über den Wegfall aller Lehrer-AGs kurz vor den Sommerferien Anlass für Enttäuschung, Wut und Frustration. Nach Angaben von Massi Husen, einer der beiden Schülersprecher, hatten Fünftklässer aus Protest spontan eine Petition gegen die Entscheidung gestartet und binnen Kurzem fast 500 Unterschriften gesammelt. „Aber alle Schüler fanden es bedauerlich und sehen es sehr kritisch“, sagt der 16-Jährige.

Denn Schule müsse mehr sein, als nur auf dem Stuhl zu sitzen und zu lernen. „Die AGs bringen Menschen abseits hierarchischer Strukturen zusammen, die mit Leidenschaft ein gemeinsames Interesse verfolgen“, beschreibt Husen die Bedeutung der Nachmittagsangebote. Ohne sie ginge ein Teil der Weiterbildung, Persönlichkeitsentfaltung und auch Berufsorientierung verloren. Er selbst habe in der Solarmobil-AG sein Interesse verfolgen und neue Erfahrungen und Kenntnisse sammeln können – diese bleibt nun ja auch erhalten. Vor allem für die jüngeren Schüler der Jahrgänge fünf bis sieben seien AGs eine Möglichkeit, in der großen Schule zusammenzuwachsen, ergänzt Husens Schülersprecherkollege Taylor Hoare.

Trotz aller Freude: Noch ungeklärt ist, was etwa mit den Sprachlernklassen für Migranten oder dem Trainingsraum für gezielte Förderung und Antiaggressionsübungen passiert. Amiri gibt sich deshalb kämpferisch: „Ich bin überzeugt, dass der öffentliche Druck entscheidend war, nun wollen wir uns noch weitere Stunden zurückholen.“

 


 

 

 

„Schule ohne Gesicht“: Der stille Protest am Eingang der KGS sagt alles über die Wut und Enttäuschung der Schülerschaft aus.
„Schule ohne Gesicht“: Der stille Protest am Eingang der KGS sagt alles über die Wut und Enttäuschung der Schülerschaft aus. Quelle: Oliver Kühn

 

„Schule ohne Gesicht“ und „Alle AGs abgeschafft“: Diese beiden Schilder über dem Eingang der Kooperativen Gesamtschule (KGS) sagen in wenigen Worten aus, in welcher Gemütslage die Schüler und vermutlich auch Lehrer nach dem Wegfall der 17 von 19 Arbeitsgemeinschaften (AG) in die Sommerferien gegangen sind.

Hintergrund sind Abordnungen von Lehrkräften zur Unterrichtsversorgung an Verlässliche und Ganztagsgrundschulen. Der Elternrat der KGS hat bereits angekündigt, den Protest weiter zu forcieren. Er überlegt, das Gespräch mit dem Kultusministerium zu suchen. Auch die örtliche SPD-Landtagsabgeordnete Silke Lesemann hat sich inzwischen eingeschaltet und eine Anfrage an das Kultusministerium gestellt – die das Ministerium jetzt unerwartet schnell beantwortet hat.

Elternvertreter: Das ist eine harte Nummer

Andreas Schriegel vom Elternrat der KGS und zudem Vorsitzender des Sehnder Stadtelternrats, hat solch einen Einschnitt nach eigener Aussage noch nicht erlebt: „Das ist schon eine harte Nummer.“ Die Aussage der Landesschulbehörde, dass die KGS besser versorgt sei als andere weiterführende Schulen, will er nicht glauben. Zudem gebe es keine offiziellen Zahlen – damit man die Situation nicht vergleichen könne. „Dann soll die uns mal Schulen nennen“, fordert Schriegel. Nach seinen Worten gibt es keine 100-prozentige Unterrichtsversorgung an der KGS, denn Krankheiten oder Fortbildungen etwa seien gar nicht eingerechnet.

Sein Vorstandskollege Christoph Stahl spricht von einer Unterrichtsversorgung von rund 97 Prozent. Durch die Abordnungen seien der KGS mehr als vier Lehrerstellen abhanden gekommen: „Die Versorgung ist in den letzten Jahren immer schlechter geworden, aber so schlecht war sie noch nie.“ Auch der Fachbereichsleiter Ganztag in der KGS, Rüdiger Streilein, hatte kritisiert, dass zwar „ein Loch gestopft, dafür an anderer Stelle eines gerissen“ werde.

Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke hat die Entwicklung „mit großem Bedauern“ zur Kenntnis genommen: „Das ist ein Schlag ins Kontor für das Nachmittagsangebot.“ Nachmittags nur drei Stunden auf dem Pausenhof zu spielen reiche nicht aus. Nur mit Ehrenamtlichen oder Honorarkräften sei das Problem ebenfalls nicht zu bewältigen. Die Stadt könne aber nicht helfen, das sei eine Aufgabe der Schule und des Landes.

Ministerium: Versorgung beträgt 101 Prozent

Hinter den Kulissen herrscht bei Eltern und Schülern der KGS trotz der Sommerferien noch immer Wut und Enttäuschung
Hinter den Kulissen herrscht bei Eltern und Schülern der KGS trotz der Sommerferien noch immer Wut und Enttäuschung. Quelle: Oliver Kühn

 

Das Kultusministerium spricht in seiner Antwort an die SPD-Landtagsabgeordnete Lesemann dagegen von einer „Versor­gungs­situation von rund 101 Prozent“ an der KGS. Zum 1. Februar habe die Abordnung von Lehrern 50 Stunden für voraussichtlich eineinhalb Jahre umfasst. Zielschulen sind etwa auch die beiden Grundschulen in Rethmar (18 Stunden) und Breite Straße in Sehnde (26 Stunden). „Zum 1. August wird ein zusätzliches Abordnungs-Volumen von rund 60 Stunden für die Dauer von einem Jahr hinzukommen“, heißt es dort – dann insgesamt 110 Stunden.

Dafür habe die KGS aber eine neue Lehrkraft mit dem Lehramt für Sonderpädagogik einstellen können. Weitere Abordnungen zum Stichtag 1. Februar 2020 seien „derzeit nicht vorgesehen“. Dem schenkt Elternvertreter Stahl wenig Vertrauen: „Das hat man im vergangenen Jahr auch schon gesagt, doch dann ist es doch dazu gekommen.“

Auch Lesemanns Einwand, dass die Abordnungen sehr kurzfristig gekommen seien, weist das Ministerium zurück. Diese seien am 14. Juni angekündigt worden, da seien die Stundenplanungen an den Schulen in der Regel auch noch nicht fertig. Das Ministerium räumt jedoch ein, dass es „grundsätzlich auch in Niedersachsen noch nicht in zufriedenstellendem Maße gelungen sei, den strukturellen bundesdeutschen Lehrkräftemangel zu bekämpfen“.

Auch die Befürchtung Lesemanns, dass durch den Wegfall der Arbeitsgemeinschaften Zertifikate wie etwa „Umweltschule in Europa“ und „Schule mit Courage“ zurückgenommen werden könnten, die Projektarbeit voraussetzten, verneinte das Ministerium.

Elternrat hofft auf politische Unterstützung

Der KGS-Elternrat will nun versuchen, mithilfe der Politik die eine oder andere AG doch noch zu retten. „Wir wünschen uns ein Gespräch mit dem Kultusministerium“, sagt KGS-Elternrat Stahl. Denn es müsse eine grundsätzliche Lösung her. Sonst seien die AGs womöglich auf Jahre hinaus weg. Einen Chorleiter ohne Chor etwa könne man nicht halten. Das dürfte eine schwierige Aufgabe werden. Denn das Kultusministerium hat in seiner Antwort die Entscheidung der Schule, alle Lehrer-AGs zu streichen, als „nicht zwingend notwendig“ bezeichnet. Immerhin hat es angeboten, das die Landesschulbehörde die KGS dabei beraten und unterstützen könne.

 


 

 

Von Lehrern betreute Arbeitsgemeinschaften u2013 von Musik u00fcber Sprachzertifikate bis zum Roboterbau u2013 wird es im nu00e4chsten Schuljahr an der KGS nicht mehr geben.
Von Lehrern betreute Arbeitsgemeinschaften – von Musik über Sprachzertifikate bis zum Roboterbau – wird es im nächsten Schuljahr an der KGS nicht mehr geben.Quelle: Oliver Kühn (Archiv)
 
Die Sommerferien stehen vor der Tür – doch die Vorfreude auf die schönste Zeit des Jahres ist bei Schülern und Lehrern der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Sehnde dahin. Weil die Niedersächsische Landesschulbehörde noch mehr Lehrer an andere Schulen abgeordnet hat, fehlen der KGS im nächsten Schuljahr 106 Lehrerstunden. Die Folge: Weil der Pflichtunterricht nicht gekürzt werden darf, können alle von Lehrkräften bislang betreuten Arbeitsgemeinschaften nach den Sommerferien nicht mehr stattfinden. Das hat Schulleiterin Sandra Heidrich am Montag mitgeteilt. Die Behörde selbst konnte auf Anfrage noch keine Stellungnahme abgeben.

Eltern organisieren stadtweiten Protest

In sozialen Netzwerken und Gruppen kursiert bereits ein Schreiben des Schulelternrats. Darin kritisiert das Gremium, dass die Unterrichtsversorgung bei der KGS „schon wieder schlechter wird“ und die Entscheidung der Landesschulbehörde „sehr kurzfristig“ komme. Bereits im noch laufenden Halbjahr seien 56 Lehrerstunden an Grundschulen abgeordnet worden. Die Schule könne die gekürzten Stunden in dieser Größenordnung nun aber nicht mehr etwa durch Mehrarbeit der Lehrkräfte auffangen. Der AG-Bereich sei für den internen Zusammenhalt sehr wichtig, der Einschnitt entsprechend groß, bestätigt Heidrich: „Das ist deshalb keine leichte Entscheidung gewesen.“

 

Auch die Chor-AG, hier bei einem Weihnachtskonzert, gibt es im nächsten Schuljahr nicht mehr
Auch die Chor-AG, hier bei einem Weihnachtskonzert, gibt es im nächsten Schuljahr nicht mehr. Quelle: Privat

 

Die einzige Möglichkeit sei das ersatzlose Streichen von weiterführenden Angeboten, die über den Regelunterricht hinausgingen. Das betreffe außer den AGs aber etwa auch den pädagogischen Trainingsraum, kritisiert der Elternrat. Dieser ist seit Jahren für Schüler gedacht, die mit Lernschwierigkeiten kämpfen, eine Beratung oder wegen Störung des Unterrichts eine kontrollierte Auszeit brauchen. „Die schulische Erziehung findet eben nicht nur im Regelunterricht statt“, heißt es in dem an alle Eltern gerichteten Schreiben.

Stadtweit werden Schüler und Eltern bereits in sozialen Netzwerken und Gruppen aufgefordert, sich zu wehren und sich bei der Landesschulbehörde per mit veröffentlichter E-Mail-Adresse und Telefonnummer zu beschweren, um den Wegfall von rund 15 Arbeitsgemeinschaften vielleicht doch noch aufhalten zu können. „Danke Landesschulbehörde! Alle AGs futsch!“, ist der Aufruf betitelt. Auch die Schülervertretung unterstützt die Aktion, um sich der „katastrophalen Entwicklung entgegenzustellen“.

Keine Musik, keine Roboter, kein Rollenspiel

Die Liste der gestrichenen AGs ist lang: Rollenspiele seien gestorben, heißt es dort, Rennwagen mit Solarantrieb stünden im Schatten, der Zirkus sei weggezaubert, die Schülerband habe ausgespielt, die Roboter seien auseinandergefallen, Sprachzertifikate haben sich versprochen und das Studio mit Licht und Ton bleibe dunkel. Nur die von externen Betreuern angebotenen Arbeitsgemeinschaften wie etwa die Mode-AG – vier von insgesamt 19 – blieben bestehen, so Heidrich. Gleiches gelte für das Angebot des FSJler.

Für Schüler und Lehrer falle damit ein attraktiver Teil des Schulalltags weg, und für die Eltern ein Teil der Betreuungszeiten am Nachmittag, führt der Schulelternrat weiter auf. Zudem führe das zum Wegfall von Zertifikaten für Projekte, bei denen – wie etwa für die „Umweltschule in Europa“ – Projektarbeit verlangt wird. Das Zertifikat wird ausgerechnet von der Landesschulbehörde verliehen. „Wir sagen: es reicht“, lautet der Appell auf einem Flyer, der derzeit in Sehnde verteilt wird. „Die Kürzungen zerstören die Schulkultur und sind ein Schlag ins Gesicht der Schüler, Eltern und Lehrer.“

Aktionstag als Trostpflaster

Es soll so etwas wie ein Trostpflaster für Schüler und auch Lehrer sein: Für Montag, 26. August, plant die Kooperative Gesamtschule (KGS) Sehnde einen Aktionstag unter dem Motto „Schule als Lebensraum“. „Dieser Tag soll das Engagement von Lehrern und Schülern hervorheben“, sagt Schulleiterin Sandra Heidrich. Der Aktionstag, zu dem auch interessierte Bürger herzlich eingeladen seien, solle die große Bedeutung der eingestellten Arbeitsgemeinschaften sowohl für das Schulleben als auch für die Entwicklung der Jugendlichen aus pädagogischer Sicht würdigen. Das genaue Programm steht aber noch nicht fest.

 


 

 

14 Neuntklu00e4sslerinnen der KGS Sehnde haben den zweiten Teil des Bahnhofstunnels mit Graffiti verschu00f6nert.
14 Neuntklässlerinnen der KGS Sehnde haben den zweiten Teil des Bahnhofstunnels mit Graffiti verschönert.
Quelle: Oliver Kühn
 
Sie ist zwar in englisch geschrieben, dennoch ist die Aussage wohl gut zu verstehen: „Protect the one and only“ – auf Deutsch so viel wie beschütze die Einzigartige. Gemeint ist damit unser Planet Erde. Denn der ist nach Auffassung von 14 Neuntklässlerinnen der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Sehnde dramatisch gefährdet. Mit bunten Graffitibildern haben sie ihren Appell für Natur- und Umweltschutz nun auf den Wänden des Bahnhofstunnel an der Chausseestraße kreativ verewigt.
 
Atemmaske gegen die Dämpfe ist ein Muss
Atemmaske gegen die Dämpfe ist ein Muss: Ghazal Kouli (15) im Einsatz. Quelle: Oliver Kühn

 

Die Aktion gehört zum Schulprojekt „Ökologie und Umwelt“ im Rahmen des Profilunterrichts Bauart. Und es ist der zweite Teil der Verschönerung des vormals eher tristen Tunnels aus dem Vorjahr. Teil drei folgt beim Ferienpass in den Sommerferien. „Es geht dabei auch um Nachhaltigkeit“, sagt Kunstlehrerin Kristin Reichert. Dass nur junge Frauen an dem Wahlkurs teilgenommen haben, sei reiner Zufall.

Motive deuten auf Klimawandel hin

Und nachhaltig sind die Bilder durchaus. Die Graffiti aus dem vergangenen Jahr sind nicht übermalt worden und immer noch ein Hingucker. „Der Ehrenkodex zieht offenbar“, sagte Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke bei der Abnahme erfreut. Motive sind nicht nur die Erde, die auf einem Bild in Flammen steht und an den Polen schmilzt. Der Schriftzug „Hot Summer“ deutet auf den Klimawandel hin – bei 30 Grad Celsius im Schatten während der Malaktion passte das gut zusammen. Die Schülerinnen hätten aber nicht nur negative Bilder sprühen wollen, sagte Lehrerin Reichert. So wird etwa empfohlen, statt mit dem Auto besser Rad zu fahren, und statt auf Kraftheizwerke mit großem Schornstein und dicker Rauchsäule lieber auf Windkraft zu setzen.

60 Spraydosen verbraucht

Etwa 60 Spraydosen wurden verbraucht
Etwa 60 Spraydosen wurden verbraucht. Quelle: Oliver Kühn

 

Etwa 60 Dosen haben die Mädchen bei der Aktion für insgesamt sieben Motive verbraucht, bezahlt von der Stadt. Für Ghazal Kouli war es eine Premiere. „Am Anfang war es schwierig, wie man die Spraydosen halten muss, um eine dünne oder breite Linie zu ziehen“, sagt die 15-Jährige. Profi-Sprayer und Graffitikünstler Jonas Wömpner aus Hannover hatte aber schnell die richtige Technik vermittelt. Zum Schluss konnte Ghazal sogar Effekte setzen – etwa highlighten. „Das macht man mit Silber oder Weiß, damit es aussieht wie ein Schatten“, sagt Ghazal. Weil es im Tunnel doch ordentlich nach Spray roch und die Sonne sengte, lud der Bürgermeister die ganze Truppe zum Schluss noch spontan zu einem Eis ein.

 

Das mit Klebeband geschützte Geländer muss wieder befreit werden
Das mit Klebeband geschützte Geländer muss wieder befreit werden. Quelle: Oliver Kühn

 

Im vergangenen Jahr hatten Kinder und Jugendliche bei der Ferienpassaktion „Grau wird bunt“ bereits Graffitibilder mit Motiven aus Sehnde wie dem Kaliberg, einer S-Bahn und vor allem dem überdimensionalen Schriftzug „Kalimandscharo Sehnde“ gemalt, wie der Kaliberg im Volksmund genannt wird.

 


 

Alle auf einen Blick: Das sind die Abiturienten des Jahrgangs 2019 an der Sehnder KGS
Alle auf einen Blick: Das sind die Abiturienten des Jahrgangs 2019 an der Sehnder KGS. Quelle: privat
 
Viele gute Wünsche, ein Bündel von Ratschlägen und ein ganz dickes Lob: Das sind die wesentlichen Zutaten bei der Entlassung des Abiturjahrgangs an der KGS in Sehnde gewesen. 102 junge Leute verlassen die Schule jetzt mit dem Reifezeugnis. Sie sind die letzten, die das Abitur nach zwölf Schuljahren, also nach dem sogenannten G8, abgelegt haben – und sie haben die in sie gesteckten Anforderungen mit Bravur gemeistert.

Ein Notenschnitt von 2,58

Markus Dippel, Leiter des Gymnasialzweigs der KGS, sprach von einem „ausnehmend guten Jahrgang“, der einen Notenschnitt von 2,58 erreicht habe. „Das ist einer der besten, wenn nicht sogar der allerbeste, den wir jemals hatten“, sagte er stolz während der Entlassungsfeier im Forum der Schule. Fünf Abiturientinnen erreichten als Jahrgangsbeste einen Schnitt von 1,2 beziehungsweise 1,3.

Die Themen Verantwortung und Suche nach den eigenen Stärken zogen sich bei der Feierstunde durch nahezu alle Reden. Mehrfach klangen auch die Hinweise mit, dass es sich bei den nun aus der Schule Entlassenen um junge Leute handele, die ihre Zukunft bereits in die eigenen Hände genommen hätten. „Dass Ihre Generation sich erfolgreich und eindrucksvoll für etwas einsetzen kann, zeigt sich am Beispiel der Fridays für Future. Sie haben Engagement gezeigt und sich europaweit für die Zukunft der Umwelt starkgemacht. Und Sie haben etwas bewirkt“, sagte etwa KGS-Leiterin Sandra Heidrich. Sie riet den Abiturienten, nicht lockerzulassen bei jenen Themen, die ihnen wichtig seien, sich stets kritisch mit Informationen auseinanderzusetzen und sich eigene Leitbilder zu schaffen.

Bürgermeister spricht vom Abi als einem „Gipfelsturm“

Carl Jürgen Lehrke, der seine letzten Rede als Bürgermeister bei einer Abi-Entlassung hielt, verglich den Erwerb des Abiturs mit einem Gipfelsturm und sprach davon, dass die 102 nun mit der Reifeprüfung ausgestatteten jungen Sehnder eine aufregende, interessante Zukunft erwarte und ihnen alle Wege offen stünden. Wichtig sei aber auch, „jetzt erst einmal ordentlich zu feiern“.

„Sie sind die Generation, die gebraucht wird“
„Sie sind die Generation, die gebraucht wird“: Marco Trips, Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes spricht vor den Abiturienten. Quelle: Achim Gückel

 

Marco Trips aus Rethmar, Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, hielt eine sehr kurzweilige und muntere Festrede. Er riet den jungen Leuten dazu, stets etwas Neues auszuprobieren, beruflich das zu tun, was sie mit Freude erfülle und sich stets Vorbilder zu suchen. Auch eine „persönliche Hymne“, wie es Trips ausdrückte, sei stets hilfreich. Sie könne dabei helfen, Ängste und Hemmnisse zu überwinden. „Und lassen Sie sich nichts Dummes einreden. Sie sind die Generation, die gebraucht wird und die Welt noch zum Guten verändern kann“, sagte Trips an die Abiturienten gewandt. Er warnte sie auch davor, sich nicht zu schnell mit Erreichtem zufriedenzugeben. Denn sonst sitze man ziemlich schnell „um 17 Uhr auf dem Sofa und gucke RTL II“, bemerkte Trips provokant. Der Arbeitsmarkt sei für Abiturienten in heutiger Zeit indes so offen wie nie zuvor. „Sie sind die Generation Fachkräftemangel.“

Jahrgangssprecherin: Nicht zu verkopft an die Sache rangehen

„Nicht zu verkopft an die Sache rangehen“
„Nicht zu verkopft an die Sache rangehen“: Jahrgangssprecherin Nele Fricke. Quelle: Achim Gückel

 

Jahrgangssprecherin Nele Fricke fasste schließlich treffend das Motto zusammen, mit dem sicherlich viele ihrer Mitschüler nun die nächsten Schritte tun werden: „Lasst uns nicht zu verkopft an die Sache rangehen, sondern auch auf das Bauchgefühl hören.“

Das sind die Abiturienten der KGS Sehnde

Sie haben an der KGS in Sehnde ihr Abitur bestanden: Artur Alles, Caja Victoria Amelunxen, Nils Bartel, Charlotte Bartels, Amelie Bartelt, Gianna Baumert, Rieke Bieber, Katia Bödecker, Niklas Borm, Sina-Marie Bösling, Leon Bösling, Dina Brandenburg, Dennis Brauns, Juan Manuel Chilito Angel, Kirsten Claus, Marlo Denise Claus, Anna Dreier, Denise Eierhoff, Jennifer Elias, Tom Everding, Michel Fehlhaber, Max Fieweger, Charlotte Fischer, Nele Fricke, Henrik Fricke, Juliane Friedrichs, Lene Görlitz, Eric Grabowski, Larissa Gutzeit, Nina de Haan, Maja Hartlep, Celina Helms, Nadine Holzkämpfer, Pascal Hoppe, Lea Hornschu, Lena Huszar, Jessica Jahnke, Laurent-Ole Jakuszeit, Alina Junghardt, Ronja Kampmann, Jan Niklas Kappey, Jenny Michelle Kardinal, Marie Kasner, Michael Kaufhold, Tyll Klander, Lara Noemi Klopp, Anabel Klöpper, Jannis Klünder, Nick Körfer, Laura Kretschmer, Bent Kruse, Lutz Kuhlmann, Hannah Kuhlmey, Tim Kurbjoweit, Jannis Langer, Aurel Leichs, Paul Leszczensky, Philipp Liehe, Lina Loos, Jonathan Maaßen, Robin Silwan Matyar, Victoria Moor, Julian Nadarzinski, Linda Nedza, Niklas Neidhardt, Pauline Niemann, Elisa Novorita, Daria Nowacki, Mats Othmer, Sophia Pennuttis, Valentin Peterhansel, Lucka Leon Pintag, Charlene Pintag, Alina Poets, Veronika Ragimow, Fenja Luise Redmann, Nils Rehling, Moritz Reuters, Sina Riedel, Hubertus Sagebiel, Marco Sagebiel, Niklas Oliver Schacher, Kevin Schäfer, Lucas Scheck, Eva Scheithauer, Moritz Schlossarek, Lena Marie Schmidt, Dana Scholze, Sevil Sengel, Jonah Simon, Leon Steinert, Samuel Tiberius Thamm, Philipp-Maximilian Tischer, Luise-Marie Trantow, Andrea Trinh, Merle Weber, Rico Wegner, Mayra Sofie Wentzel, Finn Georg Wilk, Maria Wilke-Rampenthal, Timon Mattes Wolf.

 


 

Die Schüler werden einzeln verabschiedet und erhalten ihre Zeugnisse.
Die Schüler werden einzeln verabschiedet und erhalten ihre Zeugnisse. Quelle: Patricia Oswald-Kipper
 

144 Schüler sind am Donnerstagabend mit dem Haupt- oder Realschulabschluss an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Sehnde feierlich entlassen worden. 53 von ihnen haben den erweiterten Realschulabschluss geschafft – zwei davon sogar mit der Note 1. Sie könnten jetzt die Oberstufe besuchen.

 

Das Blasorchester spielt Bohemian Rhapsody
Das Blasorchester spielt Bohemian Rhapsody. Quelle: Patricia Oswald-Kipper

 

KGS-Leiterin Sandra Heidrich lobte die Schüler für ihre Disziplin und ihre Anstrengungen, die sie über all die Jahre seit der fünften Klasse an der KGS erbracht hatten – um nun mit dem Haupt- oder Realschulabschluss nach fünf oder sechs Jahren Schulzeit die KGS zu verlassen. Dabei hätten die Schüler die gesamte Schulzeit auf einer Baustelle verbracht, resümierte sie. Erst durch die Dacharbeiten, die nach einem Hagelschaden nötig waren, anschließend folgten Bauarbeiten nach zwei Bränden. Die Folgen des letzten Brandes sind bis jetzt noch nicht behoben – die neue Turnhalle muss erst noch gebaut werden. Die Schüler hätten sich jedes Mal auf die neuen Situationen und Unbequemlichkeiten einstellen müssen, sagte Heidrich. Doch das schule fürs Leben. „Das ganze Leben ist eine Baustelle“, erklärte Heidrich. Sie wünschte den jungen Absolventen Glück und Mut beim Anpacken der Herausforderungen sowie Freunde, die da sind, wenn man sie braucht. „Nehmt alles mit und baut daraus an eurer Baustelle“, sagte Heidrich.

„Es werden noch spannende Zeiten auf Sie zukommen“

Viele Angehörige verfolgten die Feierliche Entlassung der Haupt- und Realschüler an der KGS im Forum
Viele Angehörige verfolgten die Feierliche Entlassung der Haupt- und Realschüler an der KGS im Forum. Quelle: Patricia Oswald-Kipper

 

CDU-Ratsherr Ralf Marotzke überbrachte als stellvertretender Bürgermeister die Glückwünsche des Rates. Er griff in seiner Rede auf seine eigenen Erfahrungen zurück.

Dabei habe er bei jedem neuen Schritt festgestellt, dass der Abschnitt davor eigentlich sehr schön gewesen sei – und es im Leben nicht leichter werde. „Behalten Sie Ihre Schule in guter Erinnerung“, rief er den Schülern zu. Und an die Eltern gewandt gab er auch diesen einen Ratschlag mit auf den Weg. Mit dem Alter würden die Sorgen keinesfalls kleiner, so der zweifache Familienvater: „Es werden noch spannende Zeiten auf Sie zukommen.“

Jahrgangsfoto statt Rosen zum Zeugnis

Bei der Übergabe der Zeugnisse gab es diesmal keine Rosen für die Schüler – aus Umweltschutzgründen habe man darauf verzichtet, so Heidrich. Dafür erhielt jeder Schüler mit seinem Zeugnis ein Jahrgangsfoto als Erinnerung.

 

144 Absolventen verlassen die KGS mit einem Haupt- oder Realschulabschluss
144 Absolventen verlassen die KGS mit einem Haupt- oder Realschulabschluss. Quelle: Patricia Oswald-Kipper

Diese Schüler wurden feierlich verabschiedet:

9KB: Emmely Claire Arendt, Özgür Sardas.

9KC: Justin Karrasch, Pia Richter.

9KD: Marcel Beinsen, Najat Eisho.

10KA: Omar Al-Obaidi, Joyce Armbrüster, Kristina Bardusov, Alina Barth, Tamara-Rabea Blumenstein, Vincent-Piter Discher, Sebastian Duesterwald, Ricarda Leonie Duhr, Aaron Fricke, Farhan Hawass Khudir, Chantal Heffe, Alexander Heinze, Marvin Heydecke, Lisa-Marie Janek, Karam Kananbe, Alexander Michehl, Lisa-Marie Nolle, Niklas Tillack, Julia Ulbrich.

10KB: Elias Firinidis, Pascal Geiger, Michel Gramann, Sarah Hänies, Heise Marc-Justin, Bastian Kobusch, Tim Köhler, Vanja-Mareen Lange, Kilian Lemanczik, Janne Matti Lüders, Leon Mayer, Kevin Merz, Katharina Musial, Gabriel Riske, Janin Samtleben, Jannek Standke, Charlotte Urban, Laura Wallbaum, Niklas Worster, Keanu Zienczyk.

10KC: Alexia Bartl, Mario Brächtken, Mateo Brkic, Leonie Brokof, Steffen Camehl, Fatma Dilara Dal, Eric Döring, Kevin Glembin, Nimra Hashmi, Jonas Kador, Leon Maik Kirsch, Dennis Leschonski, Chiara Mastrogiacomo, Elias Möller, Payam Pakzad Afshar, Niclas Raphael, Jaqueline Sander, Jule Steinert, Kevin Strutz, Florian Waltemathe, Sophie Wirt.

10KD: Hala Al Mola, Rastia Anwar Mahmud, Mika Böger, Lenard Raphael Engelke, Enrico Grzeganek, Jerry-Lee Haase, Marius Issel, Tom Fnar Jennrich, Kheder, Marie Köppe, Kruse Luca Claudius, Jordean-Brandon Moore, Simon Pierre Moritz, Tom-Dominik Morley, Dlzad Nzar Leuin, Edgar Ernest Ostheimer, Luca-Pascal Seeler, Merle Specht, Timon Kai Vierke, Julia Vorwerg, Suzan Wakkas.

10KE: Leon Barth, Enya Bott, Diyar Caran, Kedo Dilan Donma, George Elias, Yusef Erdogan, Lisa Fischer, Iman Güven, Habur Seymen Kilinc, Nick Klober, Marie-Christin Knittler, Julian Kowal, Julian Krondorf, Patrizio Marasciulo, Tim Pütz, Tim Schneider, Pea Schönfelder, Nico Stelmaszyk, Christian Stoll, Micha Sebastian Thiel, Jonas Reik Vierke, Ihsan-Marvin Wirries.

10KF: Valentina Angel Bolanos, Kevin Aschenbrenner, Adnan Berisha, Kevin Renè Bremer, Alissa Leonie Büsing, Tim Fischer, Lucas Glombik, Risse Haso, Melissa Hombek, Sophie Höroldt, Diana Khalaf, Malisa Koch, Maximilian Kozlik, Sarah Michelle Miehe, Nicole Plusa, Andreas Rudel, Lucy Sens, Diyar Tomen.

 

 
 

Sehnde News vom 24.06.2019

SPD-Bürgerforum besucht die KGS

Es war ein wissbegieriger Kreis, den die Direktorin der KGS, Sandra Heidrich, in ihrem Haus begrüßte. Dabei waren Bürgerinnen und Bürger, Ortsratsmitglieder, der Sehnder Ortsbürgermeister Helmut Süß und der neugewählte Bürgermeister der Stadt Sehnde Olaf Kruse. Sie alle wollten sich über die größte KGS in Niedersachsen informieren.

Die KGS erscheint zunächst mal wieder wie eine große Baustelle. Auf dem Vorplatz vor dem Haupteingang stehen Bauzäune und auf dem ehemaligen Turnhallengrundstück an der Waldstraße lässt der Rohbaubeginn erahnen, welche Möglichkeiten im nächsten Jahr in Form eines verglasten und zu öffnenden Orchesterraumes der Schule zur Verfügung stehen werden. Es ist viel in Bewegung.

 

Das Bürgerforum – hier im SLZ – informierte sich über die KGS – Foto: Privat

Das Bürgerforum – hier im SLZ – informierte sich über die KGS – Foto: Privat

 

Dennoch findet der Schulbetrieb weiter uneingeschränkt statt. Was um so bemerkenswerter ist bei rund 1670 Schülerinnen und Schülern, 156 Lehrkräften und zirka weitere 30 Mitarbeitern. Nach den derzeitigen Prognosen wird die Schülerzahl sogar noch weiter anwachsen. Im kommenden Schuljahr, wenn es wieder einen 13. Abiturjahrgang gibt, wird die KGS dann auf zirka 1800 Schülern anwachsen. Mit diesen Zahlen gehört die KGS Sehnde zu den größten Gesamtschulen in Niedersachsen.

Zu Beginn beschrieb Heidrich in einem Vortrag die Entwicklung und Konzepte der Schule. Die KGS wurde 1992 gegründet. Es folgte eine stetige Weiterentwicklung. Die Oberstufe wurde 2001 eingeführt und das erste Abitur 2004 in Sehnde gefeiert.  2005 wurde die KGS zu einer offenen Ganztagsschule, fünf Jahre später kam der K-Zweig hinzu, eine Kombination aus Haupt- und Realschule. Die KGS entwickelte sich zu einer teilgebundenen Ganztagsschule und 2020 wird das Abitur wieder nach 13 Schuljahren der Regelfall sein.

Was die KGS auszeichnet ist die hohe Flexibilität und Durchlässigkeit. An dieser Schule ist es möglich den Schulzweig zu wechseln, ohne sein soziales Umfeld aufzugeben und alle Schulabschlüsse bis hin zum Abitur zu erwerben. Dies ist auch im Leitbild der Schule festgehalten: „Die Aufgabe unserer Schule besteht darin, wichtige individuelle Voraussetzungen für ein gelingendes Leben zu schaffen“, heißt es darin. Und die Schulgemeinschaft steht dabei nicht still. Die pädagogischen Konzepte werden regelmäßig auf den Prüfstand gestellt und weiter entwickelt. Auch hier ist viel in Bewegung.

An den theoretischen Teil schloss folgte eine Führung durch verschiedene Bereiche der KGS an. Sehr beeindruckend war der neugestaltete Bereich des Selbstlernzentrums. Viele Unterrichtsräume des historisch gewachsenen Schulgebäudes wurden bereits modernisiert, und auch hier tut sich noch viel. In enger Abstimmung mit der Stadt werden zudem regelmäßig Modernisierungsbedarfe besprochen und geplant.

Dass an dieser Schule sehr erfolgreich gearbeitet wird, kann mit einer Zahl belegt werden. Mehr als 95 Prozent der Sehnder schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen erhalten hier ihre Schulausbildung und dass jemand die Schule ohne Abschluss verlässt, ist eher die Ausnahme. Den Abschluss des Besuches bildete eine gemütliche Diskussionsrunde im Lehrerzimmer, in der man sich angeregt über das Gehörte austauschte und bei der auch in die Zukunft geblickt wurde.

 


 

 

 

Rosa (14, vorn) und Laura (15) sprühen Planeten auf die Graffitiwände.
Rosa (14, vorn) und Laura (15) sprühen Planeten auf die Graffitiwände. Quelle: Katja Eggers
 
Auf der Drösewiese darf jetzt legal gesprüht werden. Stadt, Ortsrat und Kooperative Gesamtschule Sehnde (KGS) haben dort am Donnerstagnachmittag Eröffnung gefeiert und drei große Graffitiwände in Betrieb genommen. Die Wände sind das erste Projekt, mit dem die städtische Fläche an der Bundesstraße 65 nach Jahren wieder zum Areal für Jugendliche umgestaltet wird. Neuntklässler der KGS hatten diesen Wunsch geäußert und im Politikunterricht erarbeitet, wie die Wiese künftig genutzt werden könnte und wie sie sich dabei auch selber einbringen können.

Negative Erfahrungen mit Unterstand

Auf der Drösewiese gibt es jetzt Graffitiwände und große Steine zum Sitzen
Auf der Drösewiese gibt es jetzt Graffitiwände und große Steine zum Sitzen. Quelle: Katja Eggers

 

Ihre Wünsche hatten die Schüler Ende vergangenen Jahres im Ortsrat präsentiert. Bei einem Ortstermin wurde zusammen mit dem städtischen Fachdienst geschaut, was sich realisieren lässt. Graffitiwände hatten seinerzeit noch gar nicht auf der Wunschliste gestanden. Den Hauptwunsch der Schüler – eine Hütte als Treffpunkt – hat die Verwaltung nun jedoch erst einmal zurückgestellt. „Die Idee ist nicht völlig vom Tisch, liegt aber erst einmal auf Eis“, erklärte Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke bei der Eröffnungsfeier.

Mit einer Hütte hatte die Verwaltung in der Vergangenheit negative Erfahrungen gemacht. Ein Unterstand musste auf der Drösewiese wegen Vandalismusschäden vor Jahren wieder abgebaut werden. Die Graffitiwände habe man laut Lehrke aber sowohl zeitnah und unkompliziert errichten können.

Von der Idee bis zur Umsetzung

Die KGS-Schüler haben die Wände im Rahmen ihrer Projektwoche aufgestellt. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs hatten zuvor ein Fundament gegossen und die Wände im Boden verankert. Vor den Wänden wurden mit großen Steinen im Halbrund zudem Sitzmöglichkeiten geschaffen.Die Materialkosten schlagen laut Lehrke mit etwa 1600 Euro zu Buche. 1000 Euro hat der Ortsrat beigesteuert.

Lehrke lobte bei der Eröffnung vor allem die Jugendlichen. „Es ist toll, dass sie sich Gedanken gemacht haben, wie die Drösewiese künftig von der Gesellschaft und vor allem von ihnen selbst genutzt werden kann“, erklärte er. KGS-Leiterin Sandra Heidrich freute sich, dass die Schüler am Beispiel Drösewiese konkret miterleben, wie sie sich mit eigenen Ideen in die Gesellschaft einbringen, an wen sie sich mit ihren Anliegen wenden, und wie und ob sich ihre Ideen später auch in die Realität umsetzen lassen können.

Zeichen setzen für den Umweltschutz

Nicole (15) wirbt mit ihrem Bienen-Graffiti für den Insektenschutz
Nicole (15) wirbt mit ihrem Bienen-Graffiti für den Insektenschutz. Quelle: Katja Eggers

 

Heidrichs Lob ging zudem an die Lehrer, die das Projekt mitunter in ihrer Freizeit betreut hatten. Lobende Worte gab es auch für die Stadt und den Ortsrat. „Wir wurden überall mit offenen Armen empfangen“, erklärte Heidrich.

Wie es auf der Wiese weitergeht, steht noch nicht fest. Die Schüler hatten sich unter anderem eine Tischtennisplatte und Basketballständer gewünscht. Die KGS will sich auf der Drösewiese auch langfristig einbringen. Das Projekt soll an die künftigen neunten Klassen weitergegeben werden. Der sechste Jahrgang soll sich auf der Fläche mit seinem Schulgartenprojekt einbringen.

Den derzeitigen Neuntklässlern gefällt die bisherige Gestaltung der Wiese. Natürlich sei es schade, dass auf der Fläche bisher noch keine Hütte aufgestellt wurde. „Aber die Graffitiwände sind auch cool – unsere Bilder kann jetzt jeder angucken“, sagte die 14-jährige Rosa. Sie sprühte mit ihrer Freundin Laura große Planeten auf eine der Wände. „Das soll zeigen, wie schön die Erde ist und dass man sie nicht zerstören darf“, sagte Rosa. Nicole (15) setzte mit ihrem Motiv ebenfalls ein Zeichen. Sie sprühte zwei große Bienen auf und warb damit für den Insektenschutz.

Einzige legale Flächen in der Stadt

Die Graffitiwände auf der Drösewiese haben ein Alleinstellungsmerkmal: Sie sind die einzigen legalen Wände zum Sprühen im gesamten Sehnder Stadtgebiet, bestätigt Sabine Kramann vom Fachdienst Kindertagesstätten und Jugend. Graffiti-Aktionen bietet die Stadt zwar bereits seit zehn Jahren an, doch dies waren allesamt einzelne Projekte im Rahmen von Ferienpassaktionen. So wurde etwa zweimal das frühere Freizeitheim bemalt, ebenso das Vereinsheim des SuS Sehnde, eine Garage des Tennisvereins sowie mehrere Baucontainer, die eine Firma kostenlos zur Verfügung gestellt hatte.

Im vergangenen Jahr war die Stadt neue Wege gegangen und hatte ebenfalls bei der Ferienpassaktion „Grau wird bunt“ den vormals trostlosen Bahnhofstunnel in der Chausseestraße von Jugendlichen kreativ gestalten lassen – und damit das erste Mal mit breiter Öffentlichkeitswirkung. Für andere Sprayer sind sie aber nicht freigegeben. Der zweite Teil der Aktion wird in der nächsten Woche von Schülern der Kooperativen Gesamtschule fortgesetzt.

 


 

 

Jehad (von links), Leon und Michat sammeln fleißig die roten Früchte. Sie freuen sich schon aufs Marmeladekochen.
Jehad (von links), Leon und Michat sammeln fleißig die roten Früchte. Sie freuen sich schon aufs Marmeladekochen.
Quelle: Patricia Oswald-Kipper
 
50 Schüler aus zwei fünften Klassen der Kooperativen Gesamtschule Sehnde (KGS) haben auf dem Feld von Bauer Harm Nöhre in Lehrte Erdbeeren gepflückt – aber das war nur ein Teil des Besuchs. Sie erfuhren zum Beispiel auch, dass für ein Kilogramm Erdbeeren insgesamt 240 Liter Wasser nötig sind. Die roten Früchte sollen jetzt zu Marmelade gekocht und verkauft werden. Der Erlös kommt in die Klassenkasse.

In Grüppchen suchten die Schüler das extra für sie eingezäunte Stück Feld nach den süßen Früchten ab. Und natürlich landeten nicht alle Erdbeeren in den Körbchen – viele wanderten direkt in den Mund. „Die schmecken wirklich sehr lecker, nur ein bisschen warm“, sagte der 11-jährige Phillip Ende.

Erdbeeren wegen Trockenheit kleiner

Phillip Ende zeigt stolz seine größte Beere
Phillip Ende zeigt stolz seine größte Beere. Quelle: Patricia Oswald-Kipper
 

Nöhre hatte den Jungen und Mädchen in einer Führung zuvor seinen Hof gezeigt – mit Himbeeren und Zwetschenbäumen. Er erklärte den Schülern Vieles zum Thema Schädlinge und Nützlinge und wie viel Arbeit notwendig ist, um später genug Obst ernten zu können. „Wegen des trockenen Sommers letztes Jahr sind die Erdbeeren dieses Jahr etwas kleiner“, sagte Nöhre.

Die Trockenheit habe sehr geschadet. Das könne man mit Beregnung gar nicht auffangen, sagte Nöhre. So seien für ein Kilogramm Erdbeeren insgesamt 240 Liter Wasser nötig. Dazu zählten aber auch das Grundwasser im Boden und das Niederschlagswasser. Dennoch habe Nöhre auch dieses Jahr beregnen müssen – um das Wasserreservoir im Boden aufzufüllen, damit die Erdbeeren toll wachsen.

Früchte am Stil abknicken

Leonie Keiluhn (links) und Melissa Damert pflücken emsig, damit das Körbchen schnell voll ist
Leonie Keiluhn (links) und Melissa Damert pflücken emsig, damit das Körbchen schnell voll ist.
Quelle: Patricia Oswald-Kipper
 

Nöhre gab den Jungen und Mädchen auch Tipps, wie Erdbeeren am besten gepflückt werden, damit sie lange halten. So sollte man die roten Früchte, die zum Großteil aus Wasser bestehen, beim Abpflücken nicht anfassen. Sonst würden sie schnell matschig. „Am besten knickt man sie am Stil ab“, sagte Nöhre. In kurzer Zeit hatten die 50 Jungen und Mädchen ihre kleinen Körbe gefüllt und das Feld abgeerntet.

Die Erdbeeren wollen die Fünftklässler in den nächsten Tagen zu Marmelade verarbeiten, in Gläser füllen, diese beschriften und anschließend beim KGS-Kulturnachmittag Kultur Plus am Freitag verkaufen. Die Aktionen gehören zum Projekt „Nachhaltigkeit im Alltag“, das wiederum Teil der KGS-Projektwoche Ökologie und Umwelt ist.

Verkaufserlös für Klassenfahrt

Die Einnahmen aus dem Verkauf sollen für ihre Klassenfahrt an die Ostsee verwendet werden. Umso mehr freute es Lehrer und Schüler, dass Nöhre für die gepflückten Beeren nichts berechnete. Umso mehr Geld könne man jetzt in die Klassenkasse legen, sagte KGS-Lehrerin Kerstin Holzer-Lürs.

 


 

 

 

Nach den wiederholten Einbrüchen und Randalen im Laufe eines Jahres bekommt die KGS nun eine Alarmanlage.
Nach den wiederholten Einbrüchen und Randalen im Laufe eines Jahres bekommt die KGS nun eine Alarmanlage. Quelle: Archiv
 

Der Einbruch und die Randale in der Kooperativen Gesamtschule in der vergangenen Woche haben zwar keinen größeren materiellen Schaden verursacht. Die Schulleitung ist dennoch geschockt. „Es ist sehr, sehr ärgerlich – besonders für die Schüler“, sagte Schulleiterin Sandra Heidrich. Die Schulleitung diskutiere schon lange über den Einsatz einer Einbruchmeldeanlage. Laut dem städtischen Fachdienstleiter Wolfgang Bruns soll diese nun auch tatsächlich installiert werden: „Im Zuge der Nachrüstung des Brandschutzes waren sowieso Arbeiten nötig, deshalb bauen wir jetzt eine Einbruchmeldeanlage ein.“ Die Arbeiten dazu hätten bereits begonnen.

Einbrecher leeren Feuerlöscher

Von dem neuerlichen Einbruch war der O-Trakt betroffen, wo sich die Klassenräume der sechsten Klassen befinden. Dort haben die Randalierer ein Klassenbuch beschädigt, indem sie einzelne Seiten herausrissen und hineinkritzelten. Auch ein Feuerlöscher wurde entleert, das weiße Pulver war auf dem Teppich im ganzen Gang verstreut. Stühle und Bänke wurden umgeworfen, und in der Mädchentoilette hatten die Unbekannten zwei Papierkörbe abgetreten. Um das Chaos zu beseitigen, hätten die Reinigungskräfte vor Schulstart am Montag laut Heidrich noch eine Extraschicht einlegen müssen.

Schlechtes Gefühl für Schüler

Die Schulleiterin bedauert es vor allem für die Schüler, deren Klassenräume betroffen waren. „Für sie hinterlässt das schon ein besonders schlechtes Gefühl, weil in ihre Räume eingedrungen wurde.“ Ähnlich empfinden oftmals Hauseigentümer, wenn sie von Einbrechern heimgesucht worden sind. Wie die Randalierer ins Gebäude gelangten, ist bislang immer noch unklar. Das Thema soll deshalb nun in allen Klassen diskutiert werden. „Alle, die etwas dazu wissen oder beobachtet haben, sind aufgerufen, sich bei der Schulleitung zu melden“, appelliert Heidrich an die Schulgemeinschaft. Es sei aber nicht klar, ob die unbekannten Randalierer von der Schule kämen. „Wir können das jedoch nicht ausschließen“, sagt die KGS-Leiterin.

Drei schwere Einbrüche in einem Jahr

In die Kooperative Gesamtschule ist schon häufig eingebrochen und dort randaliert worden. Auch im vergangenen Jahr gab es mehrere Fälle. Besonders schlimm war es im März: Dort hatten Unbekannte nicht nur Beute im Wert von bis zu 25.000 Euro mitgenommen, sondern auch einen enormen Schaden angerichtet, der sich auf rund 10.000 Euro summierte. Sie zertrümmerten unter anderem Glasscheiben an zwei Türen, schlugen Löcher in Leichtbauwände, brachen Safes auf und hatten Laptops, Beamer und andere Geräte entwendet. Nur drei Wochen später stahlen Diebe aus der Mensa mit Schülercafé einen Kaffeevollautomaten. Im Mai war es zum dritten schweren Einbruch gekommen, wobei die Täter ins Medienzentrum eingedrungen und große Teile der Kamera- und Videoausrüstung mitgenommen hatten.

 

 
 

Sehnde News vom 03.06.2019

KGS Sehnde wieder einmal Einbruchsziel

Wie die Täter ins Gebäude kamen, ist noch unklar – Foto: JPH

Wieder einmal ist es zu einem Einbruch in die KGS in Sehnde am Papenholz gekommen. Dort haben bislang unbekannte Täter das Gebäude in der Zeit zwischen Mittwoch, 29.05.2019, 21 Uhr und Freitag, 31.05.2019, 6 Uhr  auf noch unbekannte Weise das Gebäude betreten.

Dort randalierten sie in einigen Räumen und sprühten mit einem Feuerlöscher um sich. Die Polizei war nach eigenen Angaben in der Lage, verwertbare Spuren zu sichern. Ob etwas gestohlen wurde, können die Beamten noch nicht angeben, der Schaden der Allgemeinheit beläuft sich auf rund 1500 Euro. Zeugen des Einbruchs werden gebeten, sich bei der Polizei in lehrte unter der Telefonnummer 05132/82 70 zu melden.

 


 

 

Sehnde News vom 25.05.2019

Im Gespräch mit den Jungwählern: BM-Kandidaten in der KGS Sehnde

Zu einer Kandidatenbefragung hatte die Schülerverwaltung (SV) der KGS Sehnde die beiden Sehnder Bürgermeisterkandidaten, Carl Jürgen Lehrke (CDU) und Olaf Kruse (SPD) eingeladen, um sie mit den erarbeiteten Fragen zu ihren Plänen im Falle der Wahl von 11.40 bis 13.10 Uhr zu befragen. Im Forum der KGS waren  eigentlich Schüler der Klassen 10 bis Q 1, doch auch jüngere Klassen waren im mit rund 250 Personen besetzten Forum dabei.

Rund 250 Schülerhörten die Diskussion – Foto: JPH

Rund 250 Schülerhörten die Diskussion – Foto: JPH

 
Unter der Moderation von Massi Husen aus Ilten und Taylor Hoare aus Sehnde präsentierten sich die beiden Bewerber nacheinander im Wechsel beantwortet. So drehten sich in einem ersten Durchgang die Fragen um den Verbleib der Schulcontainer, den Neubau des Schulhauses und dessen Fertigstellung. Die Diskutanten erklärten die Hemmnisse, die sich bei der Planung und Realisation ergaben, den Termin der Inbetriebnahme und die gesetzlichen Vorgaben. Auf die Frage nach den „weiteren Initiativen, um die KGS zu stärken“ hieß es von Seiten Lehrkes: „Die Schule ist stark und ein Aushängeschild Sehndes. Sie stellt das Potential für die Nachwuchskräfte der Sehnder Firmen dar und wir unterstützen alles, was die Schule voranbringt.“ Kruse hlb darauf ab, dass man dazu wissen müsse, „was die Schüler wollten“ und regte dazu eine Art von Schülerbeirat an, der mit der Politik der Stadt deshalb in Kontakt bleibt.
Carl Jürgen Lehrke stellte seine Positionen dar – Foto

Die nächsten Fragekomplexe bezogen sich auf die Möglichkeiten der Jugendlichen in Sehnde und deren Weiterentwicklungen (siehe Sehnde-News Artikel). Dazu regten beide Kandidaten den Dialog an, Lehrke im Rahmen einer Bürgerbeteiligung zu denen auch die Jugendlichen gehören, Kruse im Rahmen einer Art Jugendparlament, ähnlich dem Seniorenbeirat. Zudem gäbe es bereits zahlreiche Angebote, die sich auf Grund der Nähe zu Hannover natürlich limitiert darstellten. Zudem gibt es den KiJu-Treff, einen Streetworker, Vereine, die Musikschule Ostkreis und das Projekt Drösewiese.

Im Zeitalter von „Fridays for Future“ war natürlich auch der Umweltschutz Thema, wobei es um Blühwiesen, Photovoltaik, Mikroplastik und LED-Umrüstungen ging. Projekte wurden angesprochen und technische Möglichkeiten erörtert, aber auch die Mobilität kam zur Spreche. Dabei hoben beide Besucher hervor, dass man den ÖPNV nicht aus Sehnde bestimmen könne, sondern dies eine Regions-, in Teilen sogar eine Landesentscheidung sei. Dabei sprach Lehrke auch von einem möglichen Carsharing in Sehnde und der Infrastruktur-Schaffung für die E-Mobilität. Zudem baue die Stadt alle Neuanlagen nach den besten Energiestandards. Durch die öffentliche Auslegung des Verkehrsentwicklungsplans könnten sich auch die Bürger – und Schüler – an der Planung beteiligen. Viele Einzelmaßnahmen und –möglichkeiten wurden vorgestellt, und Kruse hob darauf ab, dass am Ende der ÖPNV eigentlich kostenlos werde müsse.

Die Abschlussfrage war danach interessant, denn nach der fast zweistündigen Diskussion wollten die Moderatoren wissen, worin sich die beiden Kandidaten denn unterscheiden. Dabei sprach Kruse über die angestrebte Bürgernähe auch in den Ortsteilen und betonte, er wolle „Zuhören, Entscheiden und Umsetzen“ und auch in kleinen Runden sprechen. Lehrke erwähnte die immer offene Tür seines Büros und die direkte Kontaktaufnahme. In einer Publikumsrunde konnten die Schüler dann noch eigen Fragen an die Kandidaten richten und gezielt Informationen vertiefen. Unter dem Applaus der Schüler endete eine poltische Veranstaltung, die den Jungwählern hoffentlich eine gute Entscheidungshilfe an die Hand gegeben hat.

Carl Jürgen Lehrke stellte seine Positionen dar – Foto: JPH
Olaf Kruse stellte die Unterscheidungsmerkmale vor – Foto: JPH
Olaf Kruse stellte die Unterscheidungsmerkmale vor – Foto: JPH

 


 

 

Bei der Grundsteinlegung für den KGS-Anbau wird eine Zeitkapsel gefüllt und später eingemauert.
Bei der Grundsteinlegung für den KGS-Anbau wird eine Zeitkapsel gefüllt und später eingemauert. Quelle: Patricia Oswald-Kipper
 

Knapp drei Jahre nach dem Großbrand der Turnhalle an der Waldstraße hat Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke am Freitagmittag an gleicher Stelle den Grundstein für die Erweiterung der Kooperativen Gesamtschule (KGS) gelegt. Am Freitag wurde eine Zeitkapsel mit wichtigen Erinnerungsstücken und Dokumenten in ein Bauteil eingemauert. Darunter eine Tageszeitung, die Pläne der Architekten, ein Jahrbuch und Foto aller Schüler der KGS sowie eine kleine Sammlung von aktuellen Euro-Münzen.

Bei der Grundsteinlegung für den KGS-Anbau wird eine sogenannte Zeitkapsel gefüllt und später von Evelyn Gröne von der KGS und Bürgermeister
Bei der Grundsteinlegung für den KGS-Anbau wird eine sogenannte Zeitkapsel gefüllt und später von Evelyn Gröne von der KGS und Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke unter Aufsicht von Bauingenieur Peter Schmidt eingemauert. Quelle: Patricia Oswald-Kipper
 

Die Hülse wurde dann verschweißt und in ein Bauelement eingemauert. Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke und Eveline Gröne mussten den Mörtel aufbringen, bevor das Bauteil mit einer Platte fachmännisch verschlossen wurde. Die Zeitkapsel werde später in einem der Treppenaufgänge verbaut. Eine Plakette werde auf den genauen Standort hinweisen, erklärte Ekkehard Vogt vom Architektenbüro Mosaik. Das Büro ist für den Erweiterungsbau planerisch zuständig, es hat schon einige Schulbauten für die Stadt Sehnde erfolgreich begleitet.

Eigentlich sei der KGS-Anbau auf dem Schulgrundstück geplant gewesen, darauf sei die Planung im Jahr 2016 hinausgelaufen, blickte Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke bei seiner Rede zurück. „Aber das hätte Einschnitte bedeutet – in das Papenholz, in den Schulhof oder beim Bonhoefferhaus“, sagte Lehrke. „Mir war nicht wohl dabei. Aber es gab keine andere Lösung“, ergänzte er. Dann sei es im Juni 2016 der Großbrand an der Turnhalle Waldstraße gekommen. Das habe alle Planungen auf den Kopf gestellt. Aber: Wenn eine Tür sich schließe, gehe eben auch eine andere auf, sagte Lehrke.

Kein Baum musste für den Neubau weichen

Der Rat habe später mit seiner weisen Entscheidung, die neue Turnhalle auf einem Grundstück an der Chausseestraße zu errichten, den Weg freigemacht für die dringend benötigte Erweiterung der Schule an der Waldstraße. Kein Baum musste weichen, der 7,25 Millionen teure Komplex mit 14 allgemeinen Klassenräumen und drei Fachräumen für Musik ist räumlich nun eng an den bestehenden Schulkomplex gekoppelt.

Die Fläche des Schulanbaus ist schon deutlich erkennbar
Die Fläche des Schulanbaus ist schon deutlich erkennbar. Die Bodenplatte muss wegen des schwierigen Untergrunds besonders stabil sein. Quelle: Patricia Oswald-Kipper
 

Lehrke entschuldigte sich allerdings für die Verzögerung, für die drei Jahre, die es brauchte, um mit dem Neubau beginnen zu können. Als Hauptgrund nannte er die „schwierigen Grundstücksverhandlungen“ für das Areal an der Chausseestraße auf dem bald zwei neue Turnhallen entstehen sollen. „Das hat insgesamt neun Monate gedauert.“

„Für uns ist das ein ganz besonderer Tag, denn es ist ein ganz besonderes Schulgebäude“, sagte Evelyn Gröne, didaktische Leiterin der KGS, die die erkrankte Schulleiterin Sandra Heidrich vertrat. Die ganze Schule fiebere nun auf die Einweihungsfeier im August 2020 hin. Zu diesem Zeitpunkt soll das Gebäude fertig sein.

Der Rohbau soll schon im August stehen

Das sei gut zu schaffen, sagte Peter Schmidt, Bauingenieur und Geschäftsführer der für den Rohbau verantwortlichen Firma Industriebau Wernigerode. „Wir liegen gut im Zeitplan.“ Die Bodenplatte sei fast fertig. Bereits im August werde der Rohbau für das dreigeschossige Gebäude stehen, versicherte er.

Sporthallenbau startet im nächsten Jahr

Der Bau der beiden neuen Sporthallen an der Chausseestraße soll im nächsten Jahr starten. Dabei überträgt die Stadt die Planung, den Bau und die spätere Instandhaltung auf ein Generalunternehmen. Lediglich den Betrieb und die Verwaltung der neuen Hallen wird die Stadt selbst übernehmen. Die Ausschreibung für das Generalunternehmen läuft, die Bieter haben noch bis zum Frühherbst Zeit, Angebote vorzulegen. Mit einer Baugenehmigung wird erst im Frühjahr 2020 gerechnet. Wenn alles gut läuft, könnte der 15-Millionen Euro teure Sportkomplex an der Chausseestraße dann im Sommer 2021 in Betrieb gehen.

 


 

Neues Projekt: KGS-Schüler berichten Viertklässlern über ihre Schule.
Neues Projekt: KGS-Schüler berichten Viertklässlern über ihre Schule. Quelle: privat
 

Mehr Klassen und Schüler sowie ein riesiger Gebäudekomplex: Der Wechsel von der Grundschule auf die Kooperative Gesamtschule Sehnde (KGS), eine der größten weiterführenden Schulen Niedersachsens, ist ein großer Schritt. Die Kinder müssen erstmal lernen, sich auf dem Campus am Papenholz mit seinen Gebäuden, Containern, Schülercafé und Mensa zurechtfinden. Das ist zwar spannend und macht neugierig – doch es gibt auch viele Fragen und Ängste. Deshalb hat die KGS ein neues Projekt ins Leben gerufen. 13 Sechstklässler haben erstmals die Viertklässler aller Sehnder Grundschulen besucht und als sogenannte Experten über ihren persönlichen Schulwechsel und ihre eigenen Erfahrungen berichtet.

Dazu gehörte auch ein Kurzvortrag, mit dem sie einen Einblick in das Schulleben gaben. „Wegen der guten Resonanz planen wir eine Fortsetzung“, kündigt die Didaktische Leiterin Evelyn Gröne an. „Die Kleinen sollen gut bei uns ankommen.“ Das Angebot ergänzt zudem den Schnuppertag an der KGS, der meist im März stattfindet.

 


 

Der 15-jährige Till Makrutzki (links) und sein gleichaltriger Mitschüler Ben Bielert haben für das Projekt mit Mitschülern die Firma „Happy Tomatoes“ gegründet und ihre Produkte in der Lehrter Fußgängerzone verkauft.
Der 15-jährige Till Makrutzki (links) und sein gleichaltriger Mitschüler Ben Bielert haben für das Projekt mit Mitschülern die Firma „Happy Tomatoes“ gegründet und ihre Produkte in der Lehrter Fußgängerzone verkauft. Quelle: Oliver Kühn
 

Wie fühlt man sich als Unternehmer, was gilt es zu beachten bei Produkten, Marketing und Werbung? Das haben Till Makrutzki, Ben Bielert und ihre Mitschüler aus der Klasse 9Gc der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Sehnde ausprobieren dürfen. „Campusunternehmer“ heißt das neue Projekt im Bereich der Berufsorientierung, das von dem gemeinnützigen Verein Futurepreneurship aus Hamburg begleitet wurde.

Schüler probieren sich als Firmengründer

Doch bevor Ben und Till sowie ihre Mitschülern Lia und Philip die Firma „Happy Tomatoes“ gründeten und Biotomatenpflanzen und Kresse in Blumentöpfen in der Lehrter Fußgängerzone feilboten, musste erstmal eine Geschäftsidee her. Chancen, Herausforderungen, aus der Situation das Beste machen: Das muss jeder Unternehmer im Blick haben. „Am ersten Tag haben wir deshalb Brainstorming gemacht“, sagt der 15-jährige Ben.

Die Vorgaben waren: Nichts mit Lebensmitteln, weil dafür ein Gesundheitszeugnis notwendig ist. Kein Glückspiel, nichts Illegales, sondern etwas Kreatives. Notwendige Gegenstände mussten die Gruppen selbst besorgen und bezahlen. Schachspiele wurden ebenso verworfen wie Dosenwerfen per Feuerwehrschlauch. „Dazu hätten wir einen Hydranten benötigt“, sagte Till. Dann kam die zündende Idee: „Meine Oma zieht Tomatenpflanzen selber und war bereit, uns welche zu schenken.“ „Happy Tomatoes“ war geboren.

Unternehmer geben Tipps

„Wir konnten uns mit zwei Selbstständigen unterhalten und ihnen unsere Fragen stellen, das war sehr interessant“, sagte Ben. Einer der beiden war Christian Schmidt, der Bio-Müsli vertreibt, das von Menschen handgeröstet wird, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben. Die andere ist Kathrin Potyka, die Taschen und Rucksäcke fertigt. „Wir haben erfahren, dass man ruhig auf seine Ideen vertrauen soll, auch wenn andere sie kritisch sehen“, zeigte sich Till beeindruckt. Eigene Ideen entwickeln und umsetzen, bei eigener Zeiteinteilung und eventuell von zu Hause aus: Berufliche Selbstständigkeit finden beide durchaus eine Überlegung wert.

Zusätzlich zu den 13 Tomatenpflanzen, die sie aus dem Gewächshaus in Blumentöpfe umsetzten, säten die Jugendlichen noch Kresse auf Watte aus. Zwecks Werbung malten sie ein Plakat, verzierten die Töpfe, erstellten Pflege- und Gießanleitungen und ein Rezept für Tomatensuppe, das die Käufer kostenlos dazu erhielten. „In Sehnde ist relativ wenig los“, begründet Ben, warum die Jugendlichen ihren Verkaufsstand nach Lehrte ins Einkaufszentrum verlagerten. „Wir standen von 9 bis etwa 13 Uhr da und haben alles verkauft“, sagt Till stolz. Das sei vor allem der Verdienst von Lia gewesen: „Die hat sich getraut und ganz viele Leute angesprochen.“

Nicht jede Geschäftsidee zündet

Andere Mitschüler stellten Badekugeln, Karten und Windlichter her, eine Gruppe wollte sogar Porträtzeichnungen auf der Straße anfertigen. „Doch leider hat das nicht geklappt, sie Leute hatten keine Zeit oder wollten kein Bild von sich haben“, sagt Ben. Auch mit Kritik wussten die Jugendlichen positiv umzugehen. „Ein Mann stand bestimmt zehn Minuten da und sagte zu den anderen Passanten ,die Tomaten knicken doch eh um’“, erinnert sich der 15-Jährige. „Da haben wir noch Holzstäbchen besorgt und die als Wuchshilfe in die Töpfe gesteckt.“ Nicht nur ältere, auch junge Leute hätten gekauft. „Darüber habe ich mich schon gewundert“, zeigt sich Till beeindruckt. „Ich kenne keine Jüngeren, die ihre Tomaten selber ziehen.“

Praxis stärkt Schüler für Zukunft

„Um eine eigene Geschäftsidee umsetzen zu können, mussten die Jugendlichen mutig, kreativ, eigeninitiativ, zielorientiert, flexibel, lernwillig, ausdauernd, entscheidungswillig und voller Energie sein“, erklärt Vereinsgründerin Kerstin Heuer. „Das macht sie stärker für die Zukunft.“ Den Erlös durften sich die „Happy Tomatoes“-Macher teilen. Ehrensache für sie: „Von einem Teil des Geldes kaufen wir Pralinen für meine Oma, schließlich waren es ja auch ihre Biotomaten“, sagt Till.

 


 

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